Wochenrück-Klick X: Die Schwarte kracht

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 wochenklick_neu 
(11.5.-1.6.2015)

Was ist die vergangenen Wochen im Netz gelaufen? Welche Hashtags waren relevant, welche Netzaktivitäten der Kandidaten haben uns überrascht? In unserem Rück-Klick informieren wir Sie über die wichtigsten Ereignisse im Netz-Wahlkampf. Sie haben Anmerkungen, Ergänzungen? Bitte hinterlassen Sie diese in der Kommentarspalte oder senden uns eine Nachricht auf der Über uns-Seite

Hier sind unsere wichtigsten Netz-Punkte der letzten Wochen:

So werte Leser, der Countdown läuft – fünf Tage vor der Wahl wird es auch für uns Zeit für einen (letzten) Wochenrückklick. Die Kandidaten geben derzeit alles, um die potenziellen Wähler von sich zu überzeugen. Sie lächeln (oder so ähnlich) von Plakaten (wir kommentierten bereits), geben fleißig Interviews für Fernsehen und Print und schöpfen die Möglichkeiten des Internets (mehr oder weniger erfolgreich) aus. Ein paar Beispiele gefällig?

KandidatenKlick:

  • Wer den Wahlkampf der OB-Kandidaten bei Facebook, Twitter und Co. verfolgen möchten, hat mittlerweile ordentlich zu tun. Da wird geteilt und kommentiert, bis die Schwarte kracht. Den Überblick zu behalten – unmöglich! Deswegen hier nur eine kleine Auswahl, wie Social-Media den Wahlkampf begleitet:
  • Ein hübsches Beispiel für Transparenz findet sich bei Eva-Maria Stange: Auf der Fanpage freut man sich, dass endlich auch die Unterstützerplakate der Grünen hängen und, schwupps, entbrennt darunter eine unterhaltsame Diskussion, wann nun eigentlich, wer, was, wo aufgehängt bzw. aufzuhängen gehabt hatte… Könnte man auch einfach persönlich klären, muss man aber nicht.
  • Auch fies: Dirk Hilbert korrigiert via Facebook Stanges Aussagen zu den Beschäftigungsverhältnissen in der öffentlichen Verwaltung – und liefert die Zahlen gleich mit. Würden Sie sich dann auf eine weitere Diskussion einlassen?
  • Noch fieser: Hexe Baba Jaga legt eher Wert auf die Optik. Sie fühlt sich hintergangen und verdächtigt Frau Stange, ihr Foto gestohlen und für ihren Wahlkampf missbraucht zu haben (s. Foto). Fies, aber lustig!

Bildschirmfoto 2015-06-02 um 12.32.25

 

  • Es gibt aber noch mehr Bilder, die im Netz im Sinne von „viral“ die Runde machen: Die Junge Union hat den amtierenden Wirtschaftsbürgermeister auf’s Korn genommen und eine Karrikatur veröffentlicht (s. Foto) – die bei Facebook sogar von Linken geteilt wurde! Ja, wirklich!

 

Bildschirmfoto 2015-06-02 um 12.31.40

 

  • Werden wir mal etwas ernsthafter: Es gab tatsächlich soetwas wie einen Shitstorm. Im Dresdner Oberbürgermeisterwahlkampf! Den haben die Kandidatinnen Lara Liqueur und Tatjana Festerling geerntet, als sie ein gemeinsames Selfie aus dem Boys posteten.

 

Screenshot FB Selfie 28.05.2015 123026
Das fanden wohl nicht alle lustig – auf beiden Seiten hagelte es kritische Kommentare. Auf queer.de wurde Lara Liqueur heftig angegangen:

„Liebe Lara Liqueur, was wäre das für eine Chance gewesen, dieser Frau einmal zu zeigen, was wir von ihrer homophoben und rassistischen Hetze halten. „

Hier nachzulesen, Titel: „Das peinliche Selfie mit der Pegida-Hetzerin„. Auf die ganze Aufregung folgte ein Video von Lara Liqueur (ungeschminkt!) am Tag darauf.

 

Entschuldigungen 28.05.2015 123735

 

  • Den einzigen erwähnenswerten Ansatz der vergangenen Wochen, Social Media so richtig einzusetzen, hat übrigens AfD-Kandidat Stefan Vogel geliefert. Auf seiner Homepage entdeckten wir: Das Zukunftslexikon. Mit dieser Plattform fordert er Bürger auf, an seinem Lexikon der Dresdner Zukunft mitzuschreiben. Von A wie Abfallwirtschaft über KITA-Ausbau bis Z wie Zuwanderung kann jeder seinen Senf abgeben oder Verbesserungsvorschläge vortragen. Die Idee mag ja ganz nett sein und sogar den Eindruck von Bürgerbeteiligung vermitteln – kommt aus unserer Sicht aber viel zu spät! Offen ist auch, was mit all den Ideen letztlich passiert. Unsere Meinung: Idee gut, Umsetzung mau.
  • Im Sinne der Ausgeglichenheit (die wir ja sowieso nicht liefern können, aber das wissen Sie als aufgeklärte Leser ja schon) müssten wir hier eigentlich dem CDU-Kandidaten Markus Ulbig auch noch einen mitgeben (so heißt das doch jetzt in den Medien, oder?). Das Problem: Wir haben nichts. Daraus kann man jetzt interpretieren, er habe alles richtig gemacht – oder, das ist aus unserer Sicht naheliegender: Sein Wahlkampf im Netz ist nicht besonders auffällig.

 

MedienKlick:

  • Eines muss man mal festhalten: Die Dresdner Medien haben sich mächtig gedreht, den Dresdnern die Kandidaten näher zu bringen. Sehr sehenswert sind etwa die Video-Interviews, die Radio (!) Dresden mit den Kandidaten geführt hat. Hier können Sie Radio gucken!
  • Auch Dresden Fernsehen zeigt die Kandidaten: Der Sender hat bisher vier 30-minütige Gespräche ausgestrahlt, in denen Dirk Hilbert, Eva-Maria Stange, Markus Ulbig und Stefan Vogel zu ihren Positionen befragt werden. Besonders interessant wird es aus unserer Sicht für Herrn Hilbert und Frau Stange beim Thema Überparteilichkeit… Eine subjektive, lesenswerte Bewertung der Interviews findet sich im Blog Franks gesammeltes Halbwissen.
  • Die Beschwerde von AfD-Kandidat Stefan Vogel (wir berichteten), von der Sächsischen Zeitung bei der Befragung nach den Wirtschaftszielen von Hilbert, Stange und Ulbig nicht berücksichtigt worden zu sein, scheint gewirkt zu haben: Am 22. Mai veröffentlichte die SZ ein gesondertes Gespräch über seine Ziele (Hinweis: die Zeitung hat auch mit den anderen Kandidaten gesprochen sowie einige Homestorys und noch mehr veröffentlicht – wir können aber nicht alles verlinken). Schwerpunkte des SZ-Interviews mit Vogel sind sein geplanter Umgang mit Marina Garden, dem Stadtrat und einer Woba. Exklusiv konnte die Sächsische Zeitung außerdem am 28. Mai ein Interview mit Pegida-Kandidatin Tatjana Festerling veröffentlichen. Bis dahin hatte sie den Kontakt zur (Lügen)Presse ja eher vermieden…  Der Abdruck eines mit ihr geführten Interviews in der DNN scheiterte offenbar daran, dass sie ihr Interview nicht selbst kürzen wollte. Hier finden Sie die Darstellung von Frau Festerling zu dem Vorgang und das hat die DNN daraus gemacht.
  • Ob der MDR auch noch eine eigene Pressemitteilungsbeschwerde von Stefan Vogel bekommt? Oder schon bekommen hat? Wir staunten nicht schlecht, als wir diesen Sachsenspiegel-Beitrag von einer Podiumsdiskussion sahen: http://www.mdr.de/sachsenspiegel/video272160.html. Fällt es Ihnen auf? Vogel ist zwar zu sehen, wird aber mit keinem Wörtchen erwähnt. In der Anmoderation (im Netzvideo nicht mehr dabei!) war wohl gesagt worden, dass man mit den wichtigsten Kandidaten gesprochen habe – aber den vierten Vogel da oben auf dem Podium, den hätte man im Beitrag ruhig trotzdem erwähnen können. Die Antworten des MDR auf unsere Fragen zur Schwerpunktsetzung der Berichterstattung finden Sie übrigens hier!
  • Sehr lobens- und erwähnenswert ist aus unserer Sicht schließlich noch die Interviewreihe, die menschen-in-dresden.de und das Neustadt-Geflüster zusammen geführt haben. Besonders die persönliche Bewertung der Gespräche durch Neustadtgeflüster-Betreiber Jan Frintert bekommt von uns ein Bienchen ins Muttiheft!

 

So, werte Leser, mit einem letzten Linkhinweis schließt unser Wochenrückklick: Die DNN hat sich einmal die Mühe gemacht, die Rechte, Aufgaben und Pflichten eines OB aufzulisten. Sehr lesenswert! Am Sonntag ist nun der erste Wahlgang – wir sprechen bewusst keine Wahlempfehlung aus. Nur einen Hinweis erlauben wir uns noch:

Wer nicht wählen geht, darf sich hinterher auch nicht beschweren! 4

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