Wahlkampfsuppe: lasch, überzuckert oder versalzen

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Sonntag ist in Dresden Oberbürgermeisterwahl (Sie gehen hoffentlich wählen!). Zum Schluss kommt hier nochmal richtig Pfeffer in die Suppe – was sich vor allem (aber nicht nur) in den sozialen Netzwerken widerspiegelt. Da schießt so manch einer gegen den anderen – ohne zu berücksichtigen: Wer mit Dreck wirft, an dem bleibt Dreck kleben.

Wir präsentieren Ihnen hier mal ein paar ausgewählte, negative wie positive Kostproben der letzten Tage. Die Auswahl dieser Netzfundstücke ist natürlich streng subjektiv!

Fangen wir mit diesem FB-Posting auf der Facebook-Seite „Solidarität mit Tatjana Festerling“ an:

Eva-Maria Stange und Markus Ulbig sind den Autoren dort offenkundig ein Dorn im Auge. Also, was hilft am besten (haben wir ja schon letztens gelernt): hetzendiffamieren. Anders kann man die Kommentierung dort nicht interpretieren.

Hier ein Ausriss:

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Ob man so wirklich Wähler von sich überzeugt und mobilisiert? Wir finden ja, dass diese Vorgehensweise mehr über den Absender als den Diffamierten aussagt.

Auch das Facebook-Team von AfD-Kandidat Stefan Vogel hat zum Wahlkampf der politischen Gegner einiges zu meckern anzumerken:

Buuhuuuuu, die SPD (wer weiß das eigentlich so genau, dass die das wirklich waren?) hat sich getraut, ein Plakat an ein Verkehrsschild zu hängen! Dürfen sie nicht, ist hoffentlich jedem klar. Deswegen muss man das medial nochmal eben, so kurz vor der Wahl, ausgeschlachten! Pöse pöse SPD!

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Wo die einen Salz in die Suppe der anderen werfen (oder es zumindest versuchen), versüßen sich die anderen den Wahlkampf selbst. Einen sehr klugen Schachzug – der ihm als Medienkniff ordentlichen Respekt auch von den politischen Gegnern eingebracht hat – machte gestern Dirk Hilbert:

Zum Kita-Streik enterten mehrere Kinder samt Eltern das Rathaus. Perfektes Timing für den amtierenden Bürgermeister im Wahlkampf! Dirk Hilbert nimmt sich den Tag frei und geht mit den Kindern (es waren wohl letztendlich nur vier) in den Zoo. Ein rein symbolischer Akt, da es am eigentlich Problem nichts ändert. Dennoch: hübsch gemacht und die Situation perfekt genutzt. Hier der Beitrag dazu bei Mopo24.

Und noch ein positives Beispiel von Hilbert bzw. seinem Redaktionsteam. Bei Facebook gibt man sich in den vergangenen Tagen erstaunlich witzig. Bei aller Ernsthaftigkeit des Wahlkampfs muss auch mal ein Späßchen erlaubt sein. Und, immerhin, der Dialog (den andere eher schleifen lassen) wird gepflegt.

Aber lesen Sie selbst:

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Es gibt auch Kandidaten, deren Online-Wahlkampf gemütlich, still und leise vor sich hindudelt. Weder Salz noch Zucker verstreuen aus unserer Sicht derzeit Eva-Maria Stange, Lara Liqueur und Markus Ulbig. Auf Facebook gibt es kaum Dialoge… und insgesamt wäre da – gerade eben bei Facebook – etwas mehr Pfeffer manchmal mal ganz gut.

Wobei, den nachfolgenden Flyer von Lara Liqueur finden wir doch ganz originell.

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Schließlich noch ein Mediennetzfundstück, dass wir nicht unkommentiert lassen wollen. Es gibt mal wieder eine: „Wen würden Sie wählen?“-Klickumfrage bei Mopo24 (wir hatten das Thema Online-Abstimmungen ja schon mal).

Und check check… schon beim Kommentare durchscrollen bekommen wir die Bestätigung, warum wir solche Umfragen so dämlich finden:

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Wir verkneifen uns an dieser Stelle eine Online-Abstimmung darüber einzurichten, ab wann (Sonntag noch? Montag früh erst?) genau die Pegida-Befürworter anfangen, von Wahlbetrug zu sprechen, weil die Mopo-Umfrage doch ein ganz anderes Ergebnis geliefert hätte… Aber ach, das ist ja Lügenpresse!

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