Welcher Nichtwähler-Typ sind Sie?

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Waaaas? Schon wieder eine Aufgabe für den Sonntag? Schon wieder Oberbürgermeisterwahl in Dresden!? Nein, nicht schon wieder – immer noch!

Am Sonntag den 5.7.2015 sind Sie ein zweites Mal aufgefordert Ihre wertvolle Stimme abzugeben. Ganze 51,1 Prozent sind am 7.6.2015 zum ersten Wahlgang in die Wahllokale gestürmt – im Vergleich zum ersten Wahlgang 2008 immerhin ein Anstieg von 10 Prozent (vgl. die Wahlergebnisse vom 7.6. auf dresden.de).

Aber womit ist eigentlich die restliche Bevölkerung beschäftigt? Wer sind diese Nichtwähler und gehören Sie am Ende gar dazu?

Während wir über die Gründe der Nichtwähler nur rätseln können – Desinteresse, Beinbruch, spontane Lichtallergie oder Omas 80. Geburtstag – haben andere Menschen Umfragen und Studien gestartet, um dem Phänomen auf den Grund zu gehen.

Sehr empfehlenswert ist dazu das Projekt Wahllos von jungen Journalisten der Axel-Springer-Akademie. Die verraten Ihnen sogar in einem Nichtwähler- Playbook, wie hoch Ihre Chancen sind dazuzugehören.

Prof. Dr. Oskar Niedermayer von der FU Berlin war ebenfalls nicht untätig. Er liefert mit seinen vier Kategorien der Nichtwähler eine Typologie, die die Kollegen von Wahllos ebenfalls verarbeitet haben und die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen.

Na, finden Sie sich wieder?

Die unzufriedenen Nichtwähler

Ein unzufriedener Nichtwähler sind Sie, wenn Sie weder einzelnen Politikern noch den Parteien irgendwas zutrauen. Sie sind frustriert über das Parteiensystem, fühlen sich unverstanden und nicht angemessen vertreten. Sie sind jedoch keineswegs unpolitisch. Oft engagieren Sie sich auf Demonstrationen oder unterstützen kleinere Vereine. Zu der Gruppe der unzufriedenen Nichtwähler gehören Sie auch, wenn Sie aus Protest nicht wählen. Dennoch sind Sie politisch gebildet und entscheiden sich bewusst gegen eine Wahlbeteiligung – auch in der Hoffnung den etablierten Parteien auf diese Weise einen Denkzettel zu verpassen.

Die desinteressierten Nichtwähler

Zu dieser Gruppe gehören Sie, wenn Politik in Ihrem Leben überhaupt keine Rolle spielt. Sie sind grundsätzlich verärgert über die politische Situation, sehen aber in Wahlen keine Chance etwas zu ändern. Oft fehlt Ihnen nicht nur das Interesse, sondern auch die politische Bildung. Schlimmstenfalls wissen Sie nicht einmal, wer unser Land regiert. Die Zahl Ihrer Mitstreiter in dieser Gruppe steigt übrigens kontinuierlich an.

Die rational abwägenden Nichtwähler

Die größte Gruppe unter den Nichtwählern machen die rational Abwägenden aus. Sie gehören dazu, wenn Sie nicht grundsätzlich auf ihr Wahlrecht verzichten, sondern von Wahl zu Wahl neu entscheiden. Ihr Hauptkriterium: Was bringt mir diese Wahl? Bin ich überhaupt direkt betroffen von den Zielen und Programmen der Kandidaten oder Parteien? So lässt es sich auch erklären, dass Sie sich zu Bundestagswahlen häufiger aufraffen können als zu Europawahlen.

Die technischen Nichtwähler

Die technischen Nichtwähler können eigentlich gar nichts dafür, dass sie nicht wählen! Zu dieser Gruppe zählen Sie, wenn Sie spontan verhindert, verzogen oder bereits verstorben sind. Sie zählen zwar offiziell zu den Wahlberechtigten und werden im Wählerverzeichnis geführt, haben aber aus besagten Gründen nicht die Chance Ihre Stimme abzugeben. Diese Gruppe macht immerhin noch 4 bis 5 Prozent der Nichtwähler aus.

Und, welcher Nichtwähler sind Sie?

Falls Sie sich in unserer kleinen Typologie wiedergefunden haben, empfehlen wir:

  1. Die Partei der Nichtwähler (nicht, denn wir sprechen ja keine Wahlempfehlungen aus). Dafür müssten Sie ohnehin nach Nordrhein-Westfalen umziehen und dort auch noch wählen gehen.
  2. Sehen Sie sich dieses Video von Panorama an und kommen Sie zur Vernunft! Seien Sie nicht zu unzufrieden, desinteressiert, rational abwägend oder sonstwas und gehen am Sonntag zur Wahl! Ansonsten hätten wir für Sie noch…..eine Kaffeemaschine vielleicht?
  3. Lesen Sie unsere 5 Gründe wählen zu gehen und ersetzen Sie die 22 durch 36 Grad!

Weitere wertvolle Links zum Thema:

Die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung: Nichtwähler in Deutschland.

Die Entwicklung der Wahlbeteiligung von 1949 bis 2013.

Die Nichtwählertypologie nach Prof. Dr. Oskar Niedermayer.

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